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germanNotre Dame des Douleurs

Vor der Loslösung verfügte Differdingen nur über eine kleine Kapelle "um Rech", dort, wo später die Haushaltungsschule erbaut wurde, in der heute Klassen für behinderte Kinder untergebracht sind. Die Pläne für die neue Kirche wurden von einem gewissen Architekten Hartmann ausgearbeitet und am 9. März 1857 gutgeheissen. Am 20. April desselben Jahres wurden die Arbeiten ausgeschrieben und einem Konsortium von drei Franzosen aus dem benachbarten Departement de la Moselle zugesprochen. Weil diese aber im Ausland wohnten, mussten sie einen bei uns ansässigen Bürgen aufbringen und auch im Lande Domizil beziehen für den Fall eventueller gerichtlicher Belange. Den Bürgen fanden sie in der Person des maitre de forges P. Giraud aus Lasauvage, in dessen Haus sie auch Domizil bezogen. Obschon dem Beginn der Arbeiten jetzt nichts mehr im Wege stand, dauerte es trotzdem noch 3 Monate bevor sich die Herren aus dem Gemeinderat über den definitiven Standort einig waren. Wenn auch schon der Schlossgarten dafür bestimmt war, so war doch die Stelle im Garten nicht jedem genehm. Die einen wollten die Kirche mehr nach vorne, die andern mehr nach hinten; die einen mehr nach links, die ändern mehr nach rechts. In der Sitzung vom 21. Juli 1857 einigten sie sich dann darauf, die Fassade der Kirche nicht in das Alignement der Schule zu setzen (diese stand dort, wo heute das alte Gemeindehaus steht), sondern 5.80 Meter zurück. Auch sollte die linke Seitenmauer der Kirche nicht 2 sondern 16 Meter neben der Schule angesetzt werden. Am 5. Oktober 1857 konnte dann endlich der Grundstein gelegt werden, der vom Dechanten J.P. Mayer aus Bettemburg eingesegnet wurde (Esch war damals noch kein Dekanat). Wer nun aber glaubt, es sei rapide vorangegangen, der irrt, denn 8 Tage darauf starb der Architekt und sein Bruder wurde zu seinem Nachfolger bestimmt. Dieser aber war der Meinung, dass Differdingen als Hauptort der Gemeinde, auch die höchste Kirche der Gemeinde haben müsste und schlug vor, die Seitenwände 2 Meter höher zu ziehen, damit das Mittelschiff um 3,30 Meter und die beiden Seitenschiffe um 2 Meter höher ausfallen würden als diejenigen von Niederkorn. Gegen einen Aufschlag von 3.560 Franken erklärten sich die Unternehmer damit einverstanden, doch dem stimmte der Generalkommissar für das Innere nicht zu. Wegen der angespannten Finanzlage der Gemeindekasse wollte er keinen weiteren Franken mehr zugestehen. Damit hätte die Sache eigentlich erledigt sein müssen. Die Gemeindeväter aber waren anderer Meinung und debattierten 9 Monate lang darüber bis sie dann am 12. Juli 1858 einig wurden, die Seitenwände nur um 0,70 Meter zu erhöhen und dies zu Lasten der Bauunternehmer. Die Finanzierung war nicht leicht. Die Mittel dazu sollten aus dem Verkauf von Minette und Holz aufgebracht werden, und aus Gründen der Kostensenkung brach man die benötigten Steine in der Gemeindeeigenen Steingrube "op Grouwen". Der Erlös aus dem Verkauf von Minette und Holz floss nicht so schnell in die Gemeindekasse wie die festgelegten Zahlungstermine es erforderlich machten. So sah sich der Gemeinderat genötigt bei der Banque Internationale in Luxemburg eine Anleihe von 20.000 Franken aufzunehmen, dem später ein Zusatzkedit von 10.000 Franken folgte. Das Ganze musste durch eine Hypothek auf den "Grousse Besch" abgesichtert werden. 1860 war die Kirche dann endlich fertig und wurde am l. Mai desselben Jahres, auf Grund einer speziellen Vollmacht des Apostolischen Provikars, von Pfarrer Peiffer aus Oberkorn eingeweiht. Erst 7 Jahre später, am 3o. Juli 1867 wurde sie vom Provikar konsekriert. Sie wurde der schmerzhaften Mutler geweiht und erhielt als zweiten Patron den heiligen Blasius, Schutzpatron der alten Kapelle. Der Kosenpunkt belief sich auf 66.078 Franken. Aussen war sie 33 Meter lang und 15 Meter breit. Sie war in neugotischem Styl erbaut, wies aber auch einige romanische Elemente auf. Die Fassade endete in einem stumpfen Glockenturm und um sie zu beleben, wurde sie von 4 Fialen gekrönt, deren Sockel mit der Fassade hochgezogen waren. Innen war sie dreischiffig gegliedert und ihr Gewölbe ruhte auf 8 Ganz- und 4 Halbsäulen, alle kanneliert. Erhellt wurde sie durch 5 schmale Doppelfenster im Chor und 10 im Schiff. Sie galt lange als eine der schönsten Dorkkirchen des, Landes. Nach dem zweiten Weltkrieg befürwortete Bürgermeister Pierre Gänsen die Vergrösserung der Pfarrkirche. Auf Grund von Plänen des Differdinger Architekten Rene Fournelle, wurde mit der Vergrösserung angefangen. Während der Arbeiten aber stellte sich heraus, dass das alte Mauerwerk schwächer war als angenommen und dem Druck des Neuhaus nicht standhalten würde. Herr Fournelle entwarf dann neue Pläne und so entstand die heutige Pfarrkirche.