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Obercorn: St. Stephanus-Kirche
Die St-Stephanus-Kirche von Oberkorn gehört zu den ältesten Pfarrkirchen Luxemburgs. Ihre bezeichnende Höhenlage, dank welcher sie das Ortschaftsbild bestimmt, sowie auch die Wahl ihres Schutzheiligen machen auf ihre geschichtliche Bedeutung aufmerksam.
Dem heutigen Kirchengebäude, das 1911/12 in neogotischem Stil errichtet wurde, gingen wenigstens zwei Pfarrkirchen voraus. Der unmittelbare Vorgängerbau aus der Barockzeit, wurde 1737 errichtet, von diesem Bau stammt der heutige Kirchturm. In seinen Nischen sind Kopien der Immaculata, des hl.Stephanus und des hl. Nikolaus aufgestellt, deren Originale sich aus konservatorischen Erwägungen im rechten Querhaus der Kirche befinden.
Das heutige Aussehen des Innenraumes ist geprägt einerseits vom überkommenen liturgischen Mobiliar des frühen 18. Jahrhunderts. Es handelt sich hierbei um die aus der bekannten Greeff-Werkstatt von Altwies(L) stammenden Altaraufbauten im Querhaus, die durch qualitätsvolle Statuen belebt werden, sowie um das 1737 von J.P. Huttert geschaffene Gemälde mit der Darstellung der Steinigung des Stephanus. Es wird hervorgehoben durch noch erhaltene Teile des ehemaligen Hochaltars, zu welchem es gehörte. Auch der Predigtstuhl mit den vier Evangelistenmedaillons ist im frühen l 8.Jahrhundert entstanden.
Andererseits gründet das heutige Raumbild in den neuen Fenstergemälden von Camille Croat, die das Mauerwerk des Langhauses beleben und volkstümliche Heilige darstellen. Die liturgisch-künstlerische Austattung des Chorraumes aus dem Jahre 1997 geht auf den Künstler Ady Deville zurück. Vor dem Hintergrund eines neuen, stark strukturierten und leuchtenden Fensters erhebt sich die Tabernakelsäule, deren Gehäuse von einem um 1500 entstandenen Kruzifix, dem sogenannten "Christ d'Orval", sinnvoll überhöht ist. Eine reiche und farbenfreudige Mosaikkomposition zeichnet die Säule aus und verleiht ihm eine österliche Dimension.
Im Zusammenhang mit der Chorgestalltung hat ebenfalls die Taufstätte eine künstlerische Neubetonung gefunden. Das Taufbecken selbst stammt aus der Kirche des 18. Jahrhunderts und illustriert somit die Kontinuität im Glaubensleben der Pfarrei.
Die Orgel ist eines der wenigen im Originalzustand erhaltenen Instrumente der Orgelmanufaktur G.Stahlhut-Haupt, Lintgen.
Michel Schmitt

